#36
2026-03-17
Interview
37:39
⚙️ Was passiert, wenn 837 Jahre Hafen anfangen zu denken?
HG
Hermann D. Grünfeld
Head of Traffic Management, Hamburg Port Authority (HPA)
Key Takeaways
- 10-15% mehr Durchsatz durch intelligente Ampelsteuerung entspricht dem Effekt einer neuen Fahrspur, ohne Fläche anzufassen
- Quantum Annealing ist heute produktiv im Hamburger Hafen — nicht Quantencomputing, sondern eine leistungsstarke Vorstufe
- Ein digitaler Zwilling muss nicht schön sein, er muss funktionieren — Steuerung schlägt Visualisierung
- Datenqualität, Verfügbarkeit und Latenz sind der eigentliche Engpass, nicht Rechenpower
- Large Quantitative Models halluzinieren nicht — sie rechnen. Für reale Infrastruktur der entscheidende Unterschied
- Hamburg mit gewachsenen Strukturen und echten Constraints ist das beste Reallabor Europas für KI in komplexen Systemen
Zusammenfassung
Hermann D. Grünfeld, Head of Traffic Management bei der Hamburg Port Authority (HPA), gibt Einblicke in den Einsatz von Quantensimulation im Hafenalltag. Kernthese: Ein Hafen funktioniert nicht an der Kaikante, sondern an seiner Hinterlandverbindung. Täglich 16.000 LKW, 142 km Hafenstraße, 35 Ampeln. In Zusammenarbeit mit Fujitsu und der TU Graz setzt die HPA auf Quantum Annealing — eine Quantensimulation, die bei sechs koordinierten Kreuzungen Milliarden von Schaltmöglichkeiten berechnet und 10-15% mehr Durchsatz gewinnt. Alois Krtil weitet den Blick auf Large Quantitative Models: physikalisch verankerte KI-Systeme, die nicht in Sprache, sondern in Physik denken.